Dating Paul

Januar 23, 2008

Die Premiere des abteilungsübergreifenden Flaschendrehturniers

by paul

Mein lieber Jolly. Und das ab jetzt immer ungefähr am dritten Mittwoch im Monat? Das kann ja ein Knaller werden. Ich muss gestehen, dass ich nicht so genau weiß, wer auf den Trichter kam, ein abteilungsüberfreifendes Flaschendrehturnier zu veranstalten. Mit dabei waren neben mir die Katinka aus der Buchhaltung, der stumme Bolle von den Sysadmins (von dem im nachhinein keiner mehr sagen konnte, ob er jetzt wirklich da war … ich glaube aber schon … ), Rufus von den Programmierern, der ja jede Chance nutzt, um nicht bei seiner Familie sein zu müssen. Dann noch die Neue aus dem Marketing, von der ich mir einfach den Namen nicht merken kann … ich glaube irgendwas mit M? Die Neue aus dem Marketing ist jetzt seit Ende 2003 hier. Außerdem waren noch die Nora aus dem Produktmanagement am Start, Sascha aus dem Kundenservice und Kegel vom Business-Development. Kegel heißt er, weil er ausschaut wie ein Pylon. Ich hab allerdings nie verstanden, warum man ihn dann nicht einfach “Pylon” nennt … wäre doch nur logisch … egal … Kegel ist jedenfalls Westfale uns spricht fast immer mit vollem Mund. Seltsamerweise auch, wenn er nichts isst. Thea, die Assistentin der Geschäftsleitung wollte auch kommen, hatte aber den Raum nicht gefunden, indem wir uns getroffen haben, hat sich auf der Suche danach in der Küche verirrt und ist dann verzweifelt heimgeradelt obwohl sie eigentlich mit dem Auto da war.

Verloren hat Katinka aus der Buchhaltung. Katinka, die ja ohnehin zu einer gewissen Schmerzfreiheit neigt, drehte sich acht (8!) mal in Folge selbst und nachdem sie sich siebenmal mit “Pflicht” und dem damit verbundenen Wodka-auf-Ex-Kippen (war vorher so vereinbart worden) tapfer schlug, wählte sie bei der achten Runde “Wahrheit” und Nora, die solidarisch bei den sieben Wodka-Runden mitgemacht hatte, forderte: “Erzähl’ dein peinlichstes Erlebnis beim Frauenarzt!” Und das tat Katinka. Und sie erzählte, nachdem sie einen mittelschweren Lachanfall japsend überwunden hatte, wie folgt:

” Also … *prust* … das war vor nem Jahr ungefähr … es war kurz vor Fasching. Ich hatte nen Termin bei Dr. Schyrinowski. Bei dem war ich schon ne ganze Zeit und ich war sehr zufrieden mit ihm. Den hatte mir eine Freundin empfohlen, weil ich verzweifelt einen neuen gesucht habe, nachdem mein vorheriger wegen Steuerhinterziehung in den Knast gewandert war. Jedenfalls meinte Eva, meine Freundin also, dass der Dr. Schyrinowski ein ganz ruhiger und netter ist und immer so schön warme Hände hat. Und da dachte ich … probier ichs mal aus, auch wenn er Schyrinowski heißt. Kann er ja auch nichts dafür und mit dem Namen hat er es sicher auch nicht leicht. Weiß` aber nicht, ob ich zu einem Frauenarzt gehen würde, der Bin Laden heißt. Und seit dem bin ich also bei dem …”

Das wäre wahrscheinlich endlos so weiter gegangen, wenn Rufus nicht in dem Moment gedroht hätte, dass er direkt kotzt, wenn Katinka nicht sofort zum peinlichen Kern der Geschichte kommt.

“‘tschuldigung…” meinte Katinka aus der Buchhaltung leicht eingeschnappt, fand den Faden aber schnell wieder und erzählte weiter. “Genau … also … vor rund einem Jahr hatte ich diesen Termin, ich hatte es furchtbar eilig und kam nicht mehr dazu eine richtig gründliche Wäsche zuhause vorzunehmen … deshalb hab ich zusätzlich zur Katzenwäsche ein Intimspray benutzt. ” Bei dem Wort Katzenwäsche hat sich Sascha dann so dermaßen an seinem Bier verschluckt, dass ihm Schaum aus der Nase lief. Rufus miaute lasziv und die Neue aus dem Marketing fragte, was denn grade so witzig gewesen sei. Katinka erzählte weiter. “Jedenfalls lag ich dann auf diesem Stuhl. Dr. Schyrinowski rückte an um sich das ganze anzuschauen. Dann machte er halt. Und dann sagte er: Na Sie haben sich aber schick gemacht! Ich hatte keine Ahnung, was der Mann meinte. Und er war dann auch ganz komisch und mich so angeguckt, als hätte ich nicht alle Latten am Zaun. Ich war gaz furchtbar irritiert und bin nachhause gefahren … als ich daheim war ging ich ins Bad und da fiel mir auf, dass an meinem Waschbecken nicht das Intimspray sondern das rosane Haarglanzglitzerglitterspray stand.”

Sascha japste den Rest des Abends Na Sie haben sich aber schick gemacht und Rufus versprach, zum nächsten abteilungsübergreifenden Flaschendrehturnier auf jeden Fall rosafarbenes Haarglanzglitzerglitterspray zu besorgen.

Ein Kommentar to “Die Premiere des abteilungsübergreifenden Flaschendrehturniers”

  1. MarketingTusse schrieb:

    Ich möchte nur feststellen, dass ich nicht “die NEUE aus dem Marketing” bin.

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