Januar 28, 2008
CFU – Die Counter Fake Unit
Wir sind ja hier unter uns und deshalb kann ich hier auch dieses heikle Thema ansprechen. Lassen Sie mich etwas weiter ausholen, um das Szenario plastisch zu illustrieren.
Die Firma, für die ich arbeite, ist ein mächtig großer Laden. Viele Millionen Online-Dater sind hier angemeldet und auf der Suche nach ihrem Glück. Im Bestreben, das Leben zu enteinsamen, gehen viele davon aus, dass all die anderen Leute, die sie hier treffen, das gleiche ehrliche Ziel haben, nämlich vom Single zum Mixt-Team zu werden und fortan im Spiel des Lebens mit doppelter Kraft antreten zu können. Sie denken gar nicht daran, dass jemand heimtückisch andere Ziele verfolgen könnte. Mit dieser Arglosigkeit schaffen sie unbewusst und unabsichtlich einen Nährboden für kriminelle Gesellen, die sich genau dieses offene Vertrauen für ihre finsteren Zwecke zu nutze machen und versuchen den sorglosen Single sukzessive auszunehmen. Virtuelle Heiratsschwindler und Cyber-Trickbetrüger finden hier das Analogon zu dem was der Markusplatz in Venedig Taschendieben offeriert.
Selbstverständlich kann eine Online-Datingbörse die etwas auf sich hält so etwas nicht einfach geschehen lassen. Es wurde ein Team geschaffen, dessen Aufgabe es ist, solche Abzocker zu erkennen und zu elimineren, bevor sie aktiv werden: Die CFU – Die Counter Fake Unit. Die Agenten der CFU sitzen vor gewaltigen Monitorwänden – das kann man sich ähnlich vorstellen wie in einem Flugplatztower oder bei einem Raketenstart – und beobachten das System. Sie entwickeln Muster zur Früherkennung, gleichen Bilder der Mitglieder mit der IOFPG (International Online Fake Picture Gallery) ab, machen Textanalysen und sorgen dafür dass es die schwarzen Schafe schwer haben überhaupt Mäh zu machen. Die CFU sieht sich dabei immer wieder mit harten und unerschrockenen Gegnern konfrontiert, die skrupellos und professionell organisiert ihre Ziele verfolgen um an das hart verdiente Geld echter Online-Dater zu kommen. Ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel.
Seit die CFU vor zwei Jahren eine eigene Spionage Abteilung ins Leben gerufen hat, die nun zum einen proaktiv Agenten in die Abgründe der gegnerischen Organisation schickt und zum anderen mit getarnten Profilen im eigenen System, direkt am POF (Point of Fake) operiert, erreichten wir, dass große Attacken meist im Vorfeld erfolgreich abgewehrt werden und Fakes, die die Schutzwälle doch unterlaufen haben nicht lange ihrem fakischen Treiben nachkommen können. Doch das Problem ist noch lange nicht behoben und solange Online-Dating so en vogue ist, wird der fakende Arm des organisierten Verbrechens weiter zugreifen wollen. Zudem gibt es immer wieder motivierte Einzeltäter, die es schaffen, das System auszutricksen. Doch die CFU gibt nicht auf und entwickelt stetig neue Techniken zur Fakeprophylaxe.
Einige Mitarbeiter der CFU sind ehemalige Mitarbeiter internationaler Geheimdienste. Im Team befinden sich außerdem Soziologen und Psychologen, die Persönlichkeitsstrukturanalysen durchführen und so potentielle Opfer und Täter identifizieren. Die potentiellen Opfer werden fortan genauer beobachtet und wenn sich ein potentieller Täter nährt, kann sofort reagiert werden. Wir haben Informatiker die komplexe IP-Cluster-Scans durchführen und den technischen Herkunftsweg aller Besucher vor und zurück checken. Es gibt ferner Quantenmathematiker und Experimentalphysiker, die sich mit Dingen beschäftigen, die außer ihnen kein Mensch versteht, die aber auf jeden Fall sehr nützlich sind. Und dann haben wir noch Pavel, einen Psi-begabten Tschechen, der aus Farbverschiebungen des morphogenetischen Feldes drohende Fake-Angriffe vorhersagen kann und Auraanalysen vornimmt.
Ähnlichkeiten zu CTU, 24 oder Jack Bauer sind natürlich rein zufällig. Schellen auf den Schreibtischen auch Cisco-Telefone mit dem bekannten Klingelton?
Grüße an den Oberermittler!
Lars
Paul, erzähl uns doch noch ein bisschen was über das knallharte Training, dass die Agentenanwartschaft im CFU-Bereich so extrem beliebt, aber auch an den Rand eines tödlichen Systems bringt. Gerüchten zufolge, deren Herkunft unbestimmbar bleibt, soll es ja u.a. etwas mit asiatischen Todesgrifftechniken der Ninja zu tun haben und es einem zukünftigen Agenten möglich machen, rückwärts in der Zeit ru reisen, wenn er erstmal den 7. Chi-Shen durchschritten hat. Mächtig beeindruckend, auch und gerade für Ninja-Kung-Fu-Laien!
Trainingslagergeschichte – aber gerne! Ich werde euch bald die unglaublichen Geschichten aus den 36 Kammern der CFU erzählen … ich habe die ja selbst durchlaufen … und es ist die Hölle! … comin’ soon! Oder wie der Koreaner sagt: Ko Minh Soon!
Hi Lars!
Nein … der Klingelton der CFU ist nicht drdrDRdrrr sondern eher ein kakophones Flöten im Sinne eines stakkatoartigen DIÄÄdröht … wir hatte vorher mal eine kanariales Zwitscher, das wurde aber zu leicht überhört. Mittlerweile sind wir ganz von Tischtelefonen weg und haben implantierte In-Ear-Phones.
[...] Ok – ich erzähle es. Nach all den Nachfragen in diese Richtung. Ich gebe Einblicke in die Aubildung zum CFU Agenten. Aber vorsicht – das ist nichts für Schwache Nerven und streng geheim ist es noch dazu. Wie wird man also Agent der Counter Fake Unit? [...]
[...] schon mehrfach erwähnt muss der Mitarbeiter der Kundenservicespezialeinheit CFU, der Counter Fake Unit, ein mörderisches 36stufiges Ausbildungsprogramm durchlaufen: Die 36 Kammern der [...]