Dating Paul

Februar 27, 2008

Frankenstein Latte Macchiato

von Paul

Geheimes Forschungsprojekt in einem Büro entdeckt. Ungeklärt: Was soll daraus werden? Teeschleimzyklopen? Milchwurst? Kaffeesatzgolgathaner? Das Ding aus dem Sumpf?
Ein Antiseuchenkommando der DatingLabs ist bereits am Analysieren.

Der_Blob

Flirt Tipps vom Chef der Chat Trainer

von Paul

Der Chef unserer Flirt Coaches und Chat Trainer ist Dr. Hanno von Oldenburg. Der agile 46jährige, von Hause aus studierter Mediziner, hatte fast 10 Jahre eine gut gehende Praxis für Gynäkologie, Urologie und Proktologie. “Immer allet wat mit Untenrum!”, so beschreibt der gebürtige Wuppertaler gerne lachend seine weißkittelige Berfusvergangenheit. Vor nunmehr rund 6 Jahren hat er sich dann beruflich umorientiert, wobei die genauen Gründe für diese Umorientierung nicht bekannt sind und sich darum eine Reihe von Flurlegenden, Treppenwitzen und Aufenthaltsraummythen ranken. Folgend ein paar Schlagworte aus der hierfür bekochten Gerüchteküche in alphabetischer Reihenfolge: Analmüdigikeit, Borderlinesyndrom, Depression, Hustensaftsucht, Kunstfehler, Midlifefrustrationundesnochmalwissenwollen, Opossumfamilie im Ultraschallgerät, Vagina Dialoge, Zionismus.

Bei seiner Umorientierung blieb er bei dem Phänomen des Onlinedatings hängen und erforschte das weite Feld der Partnerbörsen unter psychologischen, gesellschaftlichen, soziologischen, philosophischen und medizinischen Gesichtspunkten. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse hielt er in mehreren Büchern fest und ich möchte hier in loser Folge nach und nach einige seiner Weisheiten und Tipps in destillierter Form verkünden:

Februar 26, 2008

B. O. Ring – Werk 3

von Paul

“Der Hase sitzt wie so oft hinter den Spiegeln, doch das muss der Betrachter begreifen und er muss in der Lage sein, dies zu kontextualisieren. Zutiefst feministisch.” (Alice Schwarzer, Lyrikerin)

“Mystische Katharsis. Aufgezeigt werden Ansätze und Auswege. Die Globalisierungskritik in zarter Andeutung. Die Wildheit des Frühwerks.” (Sören Kennerknecht, Wunst-Magazin)

“Frisch geschossener Hase am liebsten in einer Senfsoße.” (Siegfried Bastong, Bund deutscher Jäger)

BORingWerk_Daumen

Februar 24, 2008

memo an mich

von Paul

… kürzer werden … vielvielviel kürzer werden … definitv!! … und mal schön kurz und concise (hab ich grade als neues Meetingsprech gelernt … concise … ) von folgenden Vokabeln sinnieren: flirten, grillen, daten, concise, Wurstbrot, Hallimasch, Gruppendynamik und Morphik. Mir und euch noch einen schönen Restsonntag!

Februar 22, 2008

Überraschungsmatinee

von Paul

Heute Morgen hat der Betriebschor in der Eingangshalle ein Spontankonzert gegeben. Das erste Stück war I was made for loving you. Allerdings in einer sehr bizarren Polka-Version. Es klingt als wäre der Kiss-Klassiker unter der Leitung von Urkel eingeübt worden. Danach kam eine sehr solide Version von Love is in the air bei der Katinka aus der Buchhaltung ein Solo sang. Seit wann kann Katinka singen? Das muss ich mir unbedingt für das nächste abteilungsübergreifende Flaschendrehturnier merken. Den Abschluss der kleinen Morgenchortrilogie bildete überraschenderweise NICHT All you need is love, was mir einen Zehner einbrachte, da ich mit Kegel um den nächsten Song gewettet hatte und er meinte, dass garantiert die Beatles-Kamelle herhalten müsse. Der Abschluss war … und ich bin immer noch baffitiert (eine krude Mischung aus baff und irritiert mit einer deutlichen Gewichtung in Richtung baff) … eine jazzige Version von Haddaways What is love.

So viele Fragen wirft diese Matinee auf: Wer hat diese Chorsätze aufgetrieben? Wann haben die geübt? Wie geht es dem Urkel-Darsteller Jaleel White? Seit wann haben wir überhaupt einen Betriebschor? Fährt der Betriebschor auf Chorfreizeit? Brauchen die noch einen Bass?

Februar 20, 2008

V-Day

von Paul

Puh … es geht wieder. Aber die Erholungszeit hat dieses Jahr länger gedauert. Liegt das an meinem fortschreitenden Alter oder daran, dass die Belastung selbst an diesem Tag immer seltsamer wird? Dieser Tag … Doomsday, ein 24 Stunden-Tag voller bizarrer Ereignisse, der 14. Februar … Valentinstag. In kurzen Abrissen gibt es nachfolgend einige Momentaufnahmen.

CFU – 14.02.200804:21 Uhr

Eine Sirene schrillt. Eine gelbe Deckensignalleuchte blinkt. Eine laute Stimme kommt durch die Lautsprecher und unterbricht die Sirene.

“Alle Mann auf die Plätze – es geht dieses Jahr früher los. Unser System wird infiltriert von einer feindlichen Einheit falscher Russinnen. Die Parameter zur Erkennung habt ihr auf euren Screens. Außerdem erwarten wir einen Angriff der South-African-Fake-Division und ab dem frühen Vormittag dürften sich noch einige Einzeltäter des SMS-Phishing-Squads dazu gesellen. Wir gehen vor nach Einsatzplan Valentine-Delta vor. Aktuell bleiben wir bei Warnstatus gelb.”

Jakob Bauherr, der CFU-Einsatzleiter lässt den Knopf der Sprechanlage los und fährt sich mit der Hand über sein müdes Gesicht. Eine Rasur täte gut. Er nahm einen Schluck Kaffee aus der grünen Tasse mit dem Aufdruck “Elf-keine Zahl sondern Rasse” und verzog das Gesicht. Kalt. Da wird die Tür aufgerissen. Claudette steht in der Tür, Panik in den Augen und sagt: “Das musst du dir ansehen!”

SysAdmins – 14.02.200807:41 Uhr

Es ist furchtbar hektisch im Serverraum2. Der Bildschirm mit der Systemperformanz-Anzeige zeigt eine sich dramatisch nach unten orientierende Kurve.

Bolle sagt: “Wir haben noch Platz für 2000 User … wenn sich bei der aktuellen Situation nur noch 2000 neue Leute einloggen, dann raucht der Laden ab!”

Torben, trägt sein T-Shirt mit dem Koala-Bären, antwortet: “ABER WARUM? Wir haben 5 ultraperformante Superserver nachgerüstet. Wir müssten noch genug Power haben für noch locker 20 000 Parallelnutzer! LOCKER!”

Bolle: “Nein! Haben wir aber nicht!”

Sören betritt mit einem triumphierenden Lächeln den Serverraum2. Er ist eingerust und hat Bluspritzer im Gesicht – er verkündet: “Problem behoben! Im Serverraum1 hatte sich eine Opossumfamilie eingerichtet und in zwei Servertürmen die Kabel zerbissen.”

Torben, seine Tierschützeraugen spiegeln den Schrecken einer grausamen Vermutung: “Was hast du gemacht?”

Sören lächelt grausam: “Opossozid!”

Kundenservice – 14.02.200810:15 Uhr

Ein Kunde erliegt besonders dem Zauber des Tages und hat sich 41 Profile angelegt mit den Pseudonymen Your_Valentino7 bis Your_Valentino48 und verschickt im großen Stil folgendes “Gedicht”:

Ich wil dir Blumen flücken
für dich bügg ich nmeeinen Rücken
ich scheenke dir den Straus udn auch noch Pralinen
und hoff dein Herz so dann zu klriegen

Für dich mach ich alles und geh auch nach CChina
Kom,m zu mir sei meine Valentina!

Dazu stellt er alle 10 Minuten neue Bilder ein … auf den meisten hat er eine rote Rose im Mund.

Telefonsupport – 14.02.200812:38 Uhr

Ein erboster Kunde will den Geschäftsführer sprechen, weil er es UN-MÖHH-GLICH findet, dass ausgerechnet bei uns überall auf dieses kulturimperialistische und amerikanische Plastikfest verwiesen wird. UN-MÖHH-GLICH findet er, dass hier in diesem Portal nur der Kommerz, der Mammon, der miese Zaster zu zählen scheint und dabei auch nicht davor zurück geschreckt wird dieses reine Konsumgeierfest Valentinstag, das nur erfunden wurde um unnötigen Kitsch verhökerbar zu machen, beworben wird. Wenn die Werbung dafür nicht sofort eingestellt wird, dann wird er uns vernichten, weil er jemand bei einer Zeitung kennt.

Kantine – 14.02.200813:38 Uhr

Der Nachtisch besteht heute aus herzförmigem roten Wackelpeter.

Marketing – 14.02.200815:12 Uhr

Die Tür vom Büro ist geschlossen. Es findet ein Brainstorming statt.

DatingLabs – 14.02.200816:37 Uhr

Die Projektgruppe SecretV arbeitet an einem Valentinstagsdevice, dem ValEn(g)in01. Die Idee: Ein Herzförmiges USB-Gerät das folgendes kann:

Der Prototyp soll in Kürze fertig sein.

14.02.200817:00 Uhr – Die Ereignisse überschlagen sich

Die CFU ruft Status Rot aus, da es ein Sondereinsatzkommando von bulgarischen Blumenverkäufern geschafft hat, sich erfolgreich als kenianische Goldhändler ins System zu schmuggeln und nun versucht betuchten Singles über 60 Schürfrechte an einer inexistenten Goldbonanza in Ghana unterzujubeln. Der Typ, der Terror wegen der Valentinswerbung auf der Seite machte hat eine Demo vor dem Firmensitz organisiert. Insgesamt stehen dort 4 halb erfrorene Gestalten die mit eiskalten Fingern Transparente mit den Slogans “NEIN!” und “GEMEINSAM STARK GEGEN VALENTINSTAG!” hoch halten. Die Geschäftsführung lässt den Protestierern heißen Tee bringen, welchen diese dankbar annehmen. Plötzlich fallen die Server aus. Down. Das ganze System. Es stellt sich heraus, dass sich zwei Überlebende der Opossumfamilie fürchterlich gerächt haben. Im Marketingzimmer endet das Brainstorming.

Februar 13, 2008

B. O. Ring – Werk 2

von Paul

Stimmen zu den Werken von Boris Ring und seiner Kunst:

“In den Werken von B. O. Ring kann man versinken. Ring ist ein Treibsandkünstler der nicht mehr loslässt, ist man erstmal in den Sog geraten.” (Alwin Kaluppke, bArt-Magazin)

“Ring entlockt dem Kuli das, was der bekannte Tubaspieler Horacio Orn seiner Piccoloflöte entlockt. Wirr und abseitig, aber von ganz eigenem Charme.” (Sören Kennerknecht, Wunst-Magazin)

“Käse!” (Klaus Bastong, Verband der deutschen Milchwirtschaft)

BORingWerk2_Daumen

Februar 12, 2008

Zoff im Love-Loft

von Paul

Im Love Loft im zweitobersten Stockwerk sitzt neben den Riegen der Flirt Coaches und Chat Trainer auch der ganze Bereich der Traumpaarbetreuung. In einer so riesigen und professionell aufgezogenen Online-Datingbörse bleibt es nicht aus, dass sich jeden Monat Hunderte neue Paare finden. Vormals ziellos umher taumelnde Einzelkämpfer finden ein Pendant, mit dem sie zurück ins Leben wanken, wieder ihren verlorenen Platz in der Gesellschaft finden, der Depression der Einsamkeit entfliehen und wieder glückliche Spaziergänger in einem von Liebe und Glück erfüllten Alltag werden.

Viele viele viele dieser neu zusammen geführten Liebenden, lassen uns freuderfüllt an ihren vielfältigen Geschichten vom Suchen und Finden teilhaben und die reizenden Damen der Traumpaarbetreung halten innigen Kontakt. Sie versorgen die Online-Turtler mit kleinen, nützlichen und Freundschaft erhaltenden Geschenkelchen (die im uncoolen Marketingsprech Incentives heißen), auf dass zum einen das Feuer der Leidenschaft weiter geschürt wird und zum anderen, sollte die Glut doch erkalten, die Entliebten wieder ihren Weg in den Schoß unserer wenigstens zeitweise enteinsamt gewirkt habenden Online-Datingbörse finden.

Oft bringt die Post neben einfachen aber nichtsdestotrotz sehr anrührenden Dankesbriefen, in welchen die Pärchen der Freude über unsere Existenz manchmal mehr, manchmal weniger wortgewandt Ausdruck verleihen, auch Bilder von gemeinsamen Urlaubsreisen, von Hochzeiten oder von im höchsten Taumel der Zweisamkeit gezeugtem Nachwuchs. Und nicht nur das: Immer wieder trudeln auch Einladungen zu Hochzeiten ein. Wann immer es geht nimmt die Leiterin der Traumpaarbetreuungsabteilung diese Einladung persönlich wahr. Wenn sie nicht kann, dann repräsentiert eine ihrer vier Vertreterinnen.

Neulich gab es aber wegen genau so einer Einladung einen unglaublichen Zoff im Love-Loft. Die Leiterin befand sich im Wellness-Urlaub und alle Vertreterinnen wollten unbedingt auf die Hochzeit, für die jüngst die Einladung kam. Es handelte sich nämlich um eine Promihochzeit! Das Paar bestand aus einem sehr populären Kommentator für Hundeschlittenrennen und Schachboxen, der hier seine Zukünftige traf. Sie, nicht ganz so aber doch schon auch irgendwie prominent, war in den späten 90ern zweimal im Publikum bei Uwe Hübners ZDF Hitparade und wurde dort bei Publikumskamerafahrten im Bild eingefangen und dabei von der ZDF Cheffloristin entdeckt, die sie vom Fleck weg engagierte – fortan präsentierte sie eine zeitlang im Frühstücksfernsehen Dekotipps und einfache Ikebana-Kniffe. Danach machte sie sich erfolgreich selbständig mit einer Firma für Tiefgaragenstyling.

Alle vier Vertreterinnen wollten nun zu diesem Society-Event, diesem Schaulauf der Reichen und Schönen, diesem Melting-Pot der Upper Class und sie konnten sich beim besten Willen nicht einigen. Mein Gott, haben die sich in die Haare bekommen. Kerstin hat Lara mit einem gezielten Wurf einer seltenen rosa Plüsch-Gremlin-Spardose außer Gefecht gesetzt, wurde aber dann ihrerseits von Carina mit C durch einen Schlag des mit Herzen geschmückten Ficus erledigt. Carina mit C und Karina mit K gaben sich zuerst einem kompromisslosen Verbalduell hin.

Karina mit K: “Du bist eine blitzlichtgeile Heuchlerin!”
Carina mit C: “Und du willst dir doch nur den nächsten Trottel schnappen der dich durchfüttert!”
Karina mit K: “Hast du überhaupt ein Kleid, dass über deinen fetten Hintern passt?”
Carina mit C: “Dafür sind meine Titten wenigstens echt!”

… das ging so eine zeitlang hin und her, bis Karina mit K mit einer blitzschnellen Bewegung eine Holzkiste mit Schweizer Pralinen (ein Geschenk, das zusammen mit einer Erfolgsgeschichte eines Traumpaars geschickt wurde) Carina mit C an die Stirn warf und so das Duell für sich entschied.

Sah es zunächst so aus, als würde Karina mit K im Triumphwagen aus der Arena direkt zur Hochzeit fahren, kam es dann doch anders. Der CEO höchstpersönlich nahm auf Anraten der Marketingabteilung den Termin war, repräsentierte vorbildlich, fuhr eine 1a-PR ein, beklagte sich aber später unter vorgehaltener Hand über den schwachen Krabbencocktail.

Februar 8, 2008

MeetArt oder die Geschichte von Boris’ Erfolg

von Paul

Boris war lange ein Kollege von mir. Vor jetzt rund 4 Jahren hat er gekündigt und sich zuerst mit einer kleinen Galerie selbständig gemacht. In New York. Er meinte, wenn er irgendwo mit der Idee Erfolg haben kann, dann in New York. Dramaturgisch, wäre es ja jetzt sehr hübsch, wenn er in New York gescheitert wäre, aber dem Spannungsbogen zum Trotze ist das nicht passiert. Es schlug ein. Wie eine Bombe. Das ART-Magazin brachte RIESENSTORYS über ihn und mittlerweile arbeitet er dort nebenbei als Kolumnist. Er besitzt mittlerweile mehrere Galerien, in New York, Amsterdam, Paris, Abu Dhabi und Castrop-Rauxel. In Castrop-Rauxel als Reminiszenz an seine Wurzeln.

Boris’ Vater ist Exilrusse (dessen Vater allerdings ein Exilschweizer mit Namen Reto Ring war, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg nach St. Petersburg auswanderte um dort Kräuterschnapslutschbonbons für Damen zu produzieren), der in den 70ern in Castrop-Rauxel einen Borschtsch-Imbiss eröffnet hat, der allerdings konsequenterweise und vollkommen berechtigt Pleite ging. Nach dieser Niederlage fand er eine Anstellung in einem damals schwer expandierenden schwedischen Möbelhaus und traf dort seine Zukünftige, Ida Lund, die Tochter des Filialleiters Ole Lund. Die beiden brannten kurz nach der Inflammation ihrer Liebe nach Süddeutschland durch und eröffneten ein sehr gut gehendes Restaurant für russisch-schwedische Delikatessen (Highlight der Speisekarte waren Köttbullar mit russischem Ei und Kaviar). Boris hatte seinen zweiten Vornamen von seinem Großvater mütterlicherseits, Ole nämlich.

Boris arbeitete während seines Studiums schon in Online-Läden ganz unterschiedlicher Couleur, die letzten 5 Jahre seines normalen Berufslebens in eben dieser Online-Datingbörse, in welcher wir uns dann auch trafen. Schon in seinem Studium hatte er begonnen, sinnfreie Zeit in unnötigen Seminaren mit heiterem Zeichnen der kompletten Sinnlosigkeit zu entreißen. Die Angewohnheit, permanent irgendwas vor sich hinzuscribbeln wurde er nicht mehr los und er führte diese auch später in der Meetingkultur der New Economy weiter. Je mehr ein Meeting in Richtung Unnötigkeit driftete um so intensiver wurden seine Zeichnungen.

Irgendwann machte es dann Klick und er stellte fest, dass seine Zeichnungen mehr enthielten, als das was er in seinem eigentlichen Job produzierte. Und nicht nur das – er war sich sicher, dass er nicht alleine war. Er spürte, dass es da draußen hinter den polierten Fassaden der White-Collar-Internet-Branche viele gab wie ihn. Eingeschlossene Künstler. Seine geniale Idee war eine Galerie für Meeting Kunst. Kunst, die in Meetings entstanden ist. Diese Kunst wollte er sammeln, aufbereiten und vermarkten. Er startete Aufrufe und ließ sich von gelangweilten Meetingzeichnern Skizzen schicken. Nach einer Zeit des Sammelns begann er diese Werke auszustellen, und die Originale sowie Kopien als Kunstdrucke zu vermarkten.

Irrerweise stellte sich heraus, dass der Markt dafür gigantisch war. Chinesen kauften diese Werke, weil sie sich erhofften, aus den Zeichnungen geheime Produktpläne entschlüsseln zu können. Intellektuelle Europäer kauften teure Originale, weil sie sie nicht verstanden und deshalb für das Werk von Genies hielten. Amerikaner kauften die Zeichnungen, weil europäische Intellektuelle sie kauften und reiche Russen kauften sie, weil Amerikaner sie kauften, zahlten aber ohne Diskussion das Dreifache. Arabische Ölmilliardäre kauften sie, weil sie ohnehin alles kaufen und es dann auf die paar Bilder auch nicht mehr ankommt. Heute steht der Name B. O. Ring für ein weltumspannendes Kunsthandelsimperium mit einem Millionenumsatz.

Ich habe das große Glück, dass sich einige seiner Frühwerke in meinem Besitz befinden – Originale, die heute ein Vermögen wert wären. Diese Schätze darf ich, selbstredend nach erfolgter Rücksprache mit Boris, hier nach und nach veröffentlichen.

B. O. Ring – Werk 1

BORingWerk1

Februar 4, 2008

Der Smellalizer: Die aktuelle Duftnote der Online-Partnesuche

von Paul

Pheromone! Jawoll! Nein … eher JAWOLLL! Schön laute Großschrift mit drei L! Das Pheromon, erstmals nachgewiesen übrigens in den ausgehenden 50ern beim Bombyx mori, dem gemeinen Seidenspinner, ist unsichtbar. Ja! Und trotzdem ist es von ganz zentraler Bedeutung bei dem komplexen Prozess der Partnerwahl. Jeder Mensch sendet sie aus, ob er will oder nicht. Treffen sich zwei Menschen das erste Mal, so laufen unterbewusst direkt olfaktorische Einsortierungsprozesse ab, die den gegenüber sofort in eine der beiden relevanten Schubladen stecken: Kann-ich-riechen und Kann-ich-nicht-riechen. Stimmen die Pheromone, die Duftstoffe, des Gegenübers, lassen sie sich also geschmeidig über die eigenen Pheromonrezeptoren stülpen, dann hat der- oder diejenige schon mal gute Karten. Wenn nicht, dann nicht.

Wie schaut das aber nun online aus, wenn es nur virtuell vermittelte Gegenüber gibt und die Nase, so sehr sie sich auch anstrengen mag, kein stülpbares Geruchsprofil bekommt? Es fehlt was. Und es fehlt nicht irgendwas … es fehlt eine ganz entscheidende Grundlage. Das kann dann bei einem ersten realen Treffen ganz schön nach hinten los gehen. Nachdem man sich über Stunden, Tage, Wochen oder Monate brillant im Chat oder bei gelegentlichen Telefonaten verstanden hat, von mir aus auch fleißig Bilder austauschte, trifft sich das vermeintlich zukünftige Paar das erste Mal dreidimensional in der echten Welt und die jeweiligen Pheromonrezeptoren stellen eine definitive Inkongruenz der Duftmarken fest. Analysieren knallhart und erbarmungslos, dass es hier nichts zu Stülpen gibt. Es ist, als wolle ein Dodekaeder auf ein Rhombentrikontaeder passen. Unmöglich! Beide schieben den Anderen in die Kann-ich-nicht-riechen-Schublade, man verabschiedet sich bald gekrampft und übrig bleibt ein wirres Gefühlsgemisch aus Irritation, Frust und latenter Zukunftsangst. Blöd ist das.

So muss es aber nicht mehr kommen. In den Dating Labs wurde vor kurzem ein unglaubliches Gerät entwickelt: Der Smellalizer.

Die Idee dazu kam Kora im Inspiratorium, und die Idee ist eigentlich ganz simpel: Man gibt einfach die Möglichkeit, ein Cyber-Duftprofil zu erstellen. Und das geht ganz einfach und diskret über den Smellalizer. Der Smellalizer ist ein USB-Plug-and-Play-Gerät, das man einfach in den USB-Port seines Computers steckt, und über welches man sein Duftprofil speichern kann.

Der Smellalizer

Hat man das getan, dann kann man über die die Einrichtung seines Online-Dating-Profils ganz einfach ein Duftprofil aufnehmen. Die Suchfunktionen ermöglichen es nun, nach passenden olfaktorischen Profilen zu suchen. Dieser Matching-Algorithmus ist das Ergebnis von jahrelanger Forschung in den Dating Labs und beinhaltet einige Patente auf den Gebieten der Androstenonrezeption, der Schweißdrüsenaktivität und der Nasennebenspeläologie. Der Smellalizer ist ein geschütztes Produkt und darf ausschließlich von unserer Firma vertrieben werden. Fallen Sie nicht auf chinesische Fälschungen rein!

Der Erfolg spricht für sich. Smelldating ist die Form der Partnersuche der Zukunft. Machen Sie mit, es lohnt sich. Smell you later!