Dating Paul

Februar 2, 2008

The Dating Labs are proud to present: Das Inspiratorium

by Paul

Vorgeschichte

Kreative Entwicklungsleistungen am Rande der imaginativen Leistungsfähigkeit werden bei einer state of art Online-Datingbörse wie die für die ich hier arbeite einfach als Standard voraus gesetzt. Doch auch unter den begabtesten Produkt Entwicklern, den kühnsten Marketingköpfen oder den visionärsten Softwarearchitekten kommt es mal zu einer Ideenflaute. Brainstorms blasen keinen Wind mehr in die Segel des beachtlichen Schoners, der sich in den rauen Gewässern im täglichen Kampf von den anderen zuhauf rumschippernden Kähnen abheben muss. Wie der Künstler vor der weißen Leinwand sitzen auch unsere Kreativen ab und an vor der Komplexität der immensen Applikation und denken: „Was nun?“

Das ist nicht weiter schlimm und immer nur ein Phase. Damit diese Phasen aber nicht zu lange und zu häufig auftreten, bekam eine abteilungsübergreifende TaskForce zusammen mit den Dating Labs den Auftrag ein Instrument zu schaffen, um fortan Inspirationslücken schneller und effektiver überwinden zu können. Und diese TaskForce hat phänomenale Arbeit geleistet. Das Ergebnis: Das Inspiratorium.

Theorie

Das Inspiratorium ist ein Raum. Dieser Raum dient dem Zweck der Stimulation und der Reizüberflutung. Grundlegend für das Ganze ist die Idee, dass das Gehirn, wenn man es mit einer Fülle inkompatibler Reize konfrontiert, beginnt in besonders starkem Maße Synapsen zu knüpfen um auf der Welle neuer Information fesch surfen zu können. Die Basis der Reizüberflutungssyapsenknüpfungstheorie wurde von dem bekannten schizophrenen guatemaltekischen Chilizüchter gelegt, der 1974 zusammen mit Timothy Leary das berühmte Meskalin-Wettessen von Detroit veranstaltet hatte.

Der Reizüberflutung im Inspiratorium kann man sich individuell induziert oder automatisch randomisiert aussetzen – doch erst ein paar Worte zu dem Raum an sich und was sich darin befindet. Das Inspiratorium hat ungefähr 20 schallgeschützte Quadratmeter mit ca. 4 Meter hohen Wänden und er ist weiß gestrichen. In der Mitte steht ein weißer Schreibtisch mit einem weißen Ledersessel. Drei der Wände, unter anderem die, in welcher sich die Tür befindet, sind überdimensionale Whiteboards, die man komplett, dank einer ebenfalls vorhandenen weißen Leiter, vollschreiben kann. Auch die Decke besteht aus diesem Whiteboardmaterial und kann beschriftet werden. In der Mitte der Decke ist ein Sockel eingelassen, aus welchem drei Beamer wachsen, einer pro Wand. Außerdem ist in diesen Sockel die Lichtanlage integriert. Die vierte Wand ist ein vollgestopftes Bücherregal. Der Inhalt ändert sich ständig, da immer wieder neue Bücher reinwandern oder dazu bestellt werden. Außerdem wird die Wand als Leih- und Tauschbücherei benutzt. In der Mitte der Bücherwand befindet sich eine kleine aber sehr gut bestückte Bar.

Aus einer der Whiteboardwände kann sich der Inspirationssuchende eine Liege ziehen. Ich selber arbeite auch wann immer es geht im Liegen. Diese ewige Sitzerei ist ja Gift für den Rücken. Auf dem Tisch befinden sich zwei große weiße Monitore und eine weiße Tastatur nebst Maus. Über den angehängten Rechner lassen sie die Beamer und das Licht im Raum steuern. Auf dem Rechner ist neben einem wirklich umwerfenden Musik- und Hörbucharchiv auch eine erstaunliche Filmdatenbank.

Praxis

Begibt man sich nun auf Insprationssuche und entscheidet sich für die Methode einer selbst zusammengestellten Form der wohl induzierten Reizüberflutung kann das in einer Version für Fortgeschrittene zum Beispiel so aussehen: Man dimmt den Raum in blaues Licht, lässt auf jedem Beamer einen anderen David Lynch Film ohne Ton laufen und prügelt dazu brutalen Hardcore-Lärm oder Bach-Kantaten durch die Boxen. Dazu liegt man auf dem Rücken, macht Atemübungen, und schaut was passiert.

Unser CEO lässt sich immer, wenn er das Inspiratorium benutzt, ein Spinning-Bike in den Raum stellen, löscht das Licht komplett bis auf einen dünnen Spot auf sein Gesicht, dann radelt er los und hört dabei drei Red Hot Chili Peppers-Alben gleichzeitig.

Kora vom Produktmanagement hatte, als ihr nichts zum Thema Diversifikation einfiel folgendes gemacht: Sie hat sich von ihrem Lieblingsinder ihr Lieblingscurry bestellt, das dann auf eine Wärmplatte auf dem Tisch gestellt, damit der Raum auch olfaktorisch inspiriert. Dann hat sie die Lichtanlage auf Flutlicht gestellt und tonlos über die Beamer Bollywoodfilme laufen lassen. Dazu ließ sie sich blutrünstige Vampirhörbücher vorlesen. Das Ergebnis war die Idee zu einem neuen und wirklich weltbewegenden Produkt: dem Smellalizer.

Die Randomfunktionen des Inspiratoriums sind umfangreich. Die zwei Basisfunktionen sind:

  1. 1+1
  2. Gib mir alles

Bei 1+1 wählt man eine Funktion aus und eine zweite wird zufällig dazu geschaltet. Bei Gib mir alles, kann man einstellen wie viele unterschiedliche Stimulationen (von 1 bis 10) gleichzeitig laufen sollen. Eine Reizüberflutung ab der Stufe 6 kann nur aktiviert werden, wenn schon 5 Inspiratoriumsbesuche unfallfrei und ohne Spätschäden absolviert wurde.

Man kann sich auch einfach Harfenmusik, Paukenschläge oder Wolle Petri auflegen, im Netz rum schauen und klauen.

5 Kommentare to “The Dating Labs are proud to present: Das Inspiratorium”

  1. MarketingTusse schrieb:

    Ich wusste schon immer dass Ihr da nix arbeitet!

  2. MarketingTusse schrieb:

    Außerdem hat das abschicken des vorigen Kommentars meinen FeuerFuchs gekillt.

  3. MarketingTusse schrieb:

    2 mal

  4. MarketingTusse schrieb:

    Wie niedlich, wir sind schon bei der Weltpresse?

  5. Lars schrieb:

    Am schönsten wäre es, wenn das Inspiratorium von außen durchsichtig wäre, das ist bestimmt technisch irgendwie möglich und würde den umstehenden uninspirierten Kollegen einen inspirierenden Ausblick verschaffen.

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