Dating Paul

Februar 4, 2008

Der Smellalizer: Die aktuelle Duftnote der Online-Partnesuche

by Paul

Pheromone! Jawoll! Nein … eher JAWOLLL! Schön laute Großschrift mit drei L! Das Pheromon, erstmals nachgewiesen übrigens in den ausgehenden 50ern beim Bombyx mori, dem gemeinen Seidenspinner, ist unsichtbar. Ja! Und trotzdem ist es von ganz zentraler Bedeutung bei dem komplexen Prozess der Partnerwahl. Jeder Mensch sendet sie aus, ob er will oder nicht. Treffen sich zwei Menschen das erste Mal, so laufen unterbewusst direkt olfaktorische Einsortierungsprozesse ab, die den gegenüber sofort in eine der beiden relevanten Schubladen stecken: Kann-ich-riechen und Kann-ich-nicht-riechen. Stimmen die Pheromone, die Duftstoffe, des Gegenübers, lassen sie sich also geschmeidig über die eigenen Pheromonrezeptoren stülpen, dann hat der- oder diejenige schon mal gute Karten. Wenn nicht, dann nicht.

Wie schaut das aber nun online aus, wenn es nur virtuell vermittelte Gegenüber gibt und die Nase, so sehr sie sich auch anstrengen mag, kein stülpbares Geruchsprofil bekommt? Es fehlt was. Und es fehlt nicht irgendwas … es fehlt eine ganz entscheidende Grundlage. Das kann dann bei einem ersten realen Treffen ganz schön nach hinten los gehen. Nachdem man sich über Stunden, Tage, Wochen oder Monate brillant im Chat oder bei gelegentlichen Telefonaten verstanden hat, von mir aus auch fleißig Bilder austauschte, trifft sich das vermeintlich zukünftige Paar das erste Mal dreidimensional in der echten Welt und die jeweiligen Pheromonrezeptoren stellen eine definitive Inkongruenz der Duftmarken fest. Analysieren knallhart und erbarmungslos, dass es hier nichts zu Stülpen gibt. Es ist, als wolle ein Dodekaeder auf ein Rhombentrikontaeder passen. Unmöglich! Beide schieben den Anderen in die Kann-ich-nicht-riechen-Schublade, man verabschiedet sich bald gekrampft und übrig bleibt ein wirres Gefühlsgemisch aus Irritation, Frust und latenter Zukunftsangst. Blöd ist das.

So muss es aber nicht mehr kommen. In den Dating Labs wurde vor kurzem ein unglaubliches Gerät entwickelt: Der Smellalizer.

Die Idee dazu kam Kora im Inspiratorium, und die Idee ist eigentlich ganz simpel: Man gibt einfach die Möglichkeit, ein Cyber-Duftprofil zu erstellen. Und das geht ganz einfach und diskret über den Smellalizer. Der Smellalizer ist ein USB-Plug-and-Play-Gerät, das man einfach in den USB-Port seines Computers steckt, und über welches man sein Duftprofil speichern kann.

Der Smellalizer

Hat man das getan, dann kann man über die die Einrichtung seines Online-Dating-Profils ganz einfach ein Duftprofil aufnehmen. Die Suchfunktionen ermöglichen es nun, nach passenden olfaktorischen Profilen zu suchen. Dieser Matching-Algorithmus ist das Ergebnis von jahrelanger Forschung in den Dating Labs und beinhaltet einige Patente auf den Gebieten der Androstenonrezeption, der Schweißdrüsenaktivität und der Nasennebenspeläologie. Der Smellalizer ist ein geschütztes Produkt und darf ausschließlich von unserer Firma vertrieben werden. Fallen Sie nicht auf chinesische Fälschungen rein!

Der Erfolg spricht für sich. Smelldating ist die Form der Partnersuche der Zukunft. Machen Sie mit, es lohnt sich. Smell you later!

2 Kommentare to “Der Smellalizer: Die aktuelle Duftnote der Online-Partnesuche”

  1. JuliaGulia schrieb:

    Hui, toll! Und was ist mit Fake-Düften? Wenn Sie ein Chanel No5 abgiebt in wahrheit aber nur ein Glow by J.Lo ist? Wer will schon ein Glühwürmchen, wenn er eine Coco haben kann? Und dann treffen sich die beiden und es stinkt zum Himmel?

  2. Paul schrieb:

    Der Smellalizer greift bei der Erstellung des Duftabdrucks auf eine Parföng-Datenbank zu, die über 172000 Duftproben gespeichert hat. Gängige Chemie-Duft-Tuner werden identifiziert, dann subtrahiert und übrig bleibt nur die echte Pheromonnote. Keine Chance für Coco.

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