November 19, 2008
Zurück
Ich bin wieder da. Es hat lange gedauert. Weit über 2 Monate. Viel länger als geplant. Viel länger. Aber das was passiert ist kann man auch nicht planen. Und man kann es auch nicht in aller Tiefe erzählen. Das wäre zuviel. Viel zu viel. Für mich und auch für Sie. Um ansatzweise in Struktur zu bringen, was passiert ist, seit mich die Suche nach Boris Ole und nach der verschwundenen Strategie nach Kanada geführt hat, werde ich eine Bulletpointerzählstruktur anwenden.
- es ging nach Kanada – dort führte die Spur hin. Boris und das 8. Bild in den Fängen skrupeloser Industriespione.
- Boris wurde im Keller eines Hochsitzes mitten in British Columbia ein Wahrheitsserum injiziert, damit er das Geheimnis des 8. Bildes verrät.
- Durch seine CTU-Ausbildung konnte sich Boris gegen das Serum wehren und statt dessen Pheromone produzieren, die mich auf seine Spur führten.
- Ich fand ihn, am Ende seiner Kräfte, unbeschreiblich, was er durchgemacht hatte – das Eindringen in den Keller: Ein Wahnsinn. Die Rettung von Boris: Ein Himmelfahrtskommando. Die Suche nach dem Original des 8. Bildes: Jetzt Prio1.
- Wir fingen uns einen Elch und ritten auf ihm in die nächste Stadt, nahmen von dort ein Kanu nach Wabashene und von dort die Bimmelbahn nach Toronto.
- Wir wussten: Das Bild war im Safe der Zentrale unseres großen Widersacherkonzerns. Wir brauchten: Zuerst mal HotDogs: Knoblauch-Honig-Wurst mit Sauerkraut und Chili-Ketchup. Sehr lecker. Verdammt: Man darf hier kein Bier auf der Straße trinken.
- Infiltration. Agentenschnickschnack mit allem PiPaPo. Blut. Schmerz. Rummachen mit einer Sekretärin (Boris!). Ein schneller, unvernünftiger Snack (sorry!). Das Bild ist wieder in unserem Besitz.
- Wir treten die Rückreise an. Werden aber von feindlichen Agenten gestellt. Es kommt zum Kampf.
- Einmal mehr überschlagen sich die Ereignisse. Es ist ganz furchtbar spannend. Boris weint. Er ist verletzt. Er ist über einen toten Biber gestolpert und hat sich dabei den Ellenbogen geschürft. Er gibt erst Ruhe, als ich seinen Ellenbogen küsse, Heile-Heile-Gänsje singe und ihm verspreche, dass gestorbene Biber in den Himmel kommen. MannoMann – Künstler …
- Endlich …
September 4, 2008
Undercover
Sorry Leute. Ich hab lange nichts mehr geschrieben. Konnte nicht. Und kann auch jetzt nur kurz. Ich bin undercover. Black Ops. Streng geheime Mission. Entgegen meiner sonstigen Verplaudertheit muss ich mich dieses Mal auch mächtig bedeckt halten. Zu viel steht auf dem Spiel. Fliege ich auf, ist es aus. Deshalb: psst! Es könnte gut sein, dass der Feind versucht meine Kommunikation abzufangen … denen traue ich allen zu, von Van-Eck-Phreaking bis zur Wanze im Dosophon. Diese Verbrecher. Doch eins nach dem anderen
Lasst mich die letzten 6 Wochen knapp zusammenfassen. Die kurzgefasste Geschichte beginnt mit einem dreisten Diebstahl …
Aus den Eingangshallen unseres phänomenalimposanten Headquarters wurden 8 Kunstwerke von Boris Ole Ring gestohlen. Das muss man sich mal vorstellen! 8! Und das war keine Din-A4-Meetart – es handelte sich dabei um große Leinwandkunst. 8 quadratische Leinwände in der Größe von 80 mal 80 Inch. Und nicht irgendwelche Leinwände. In diesen Kunstwerken versteckt sich die Firmenstrategie der nächsten 10 Jahre. Verschlüsselt natürlich, aber dennoch. Die öffentliche Ausstellung sollte zum einen auf subtile Weise den Geist der Vision des Kommenden in den Köpfen der vorbeiflanierenden Mitarbeiter impfen. Subtil deshalb, weil natürlich niemand davon informiert wurde, dass diese unglaublichen Strategie-Informationen in die Bilder eingearbeitet waren. Das wussten nur wenige ausgesuchte Mitglieder der Führungselite … und ich, als Verbindung zu Boris.
Der andere Grund für die derart öffentliche Ausstellung war, dass jemand aus der Chefetage die Idee hatte, dass enorm wichtige Dinge, die unbedingt geheim bleiben müssten, am besten öffentlich ausgestellt werden sollten, weil das am sichersten sei. Wie sich später heraus stellte hatte er das aus einem schwächeren Sherlock Holmes Roman. Nun ja, immerhin 9 Wochen hat sein Plan ja hervorragend funktioniert. Was nun die Frage war: Wurden die Kunstwerke entwendet, weil es sich um Einzelstücke von Boris Ole Ring handelte, die ein fanatischer Ring-Fan unbedingt in seiner lichtgeschützen Kellergalerie alleine für sich haben wollte oder steckte die verbrecherische Konkurrenz dahinter, die über erzgemeine Betriebsspionage Wind von der versteckten Botschaft in den Bildern bekam und diese nun gerade von ihrer Kryptoabteilung durchleuchten ließ, um den hellseherischen Plänen unseres Unternehmens das Wasser anzugraben.
Das galt es schnellst möglich herauszufinden. Das und wie die Werke überhaupt entwendet werden konnten. Schließlich hingen sie in einem extra dafür gefertigten, unauffälligen Glas-Tresor der mit dem letzten Chic von einem superperformanten Sicherheitssystem gekoppelt war.
Mit der Aufklärung dieser Fragen war ich in den letzten Wochen beschäftigt. Die ersten Ermittlungen gingen in Richtung Kunstraub, da ich sicher war hier auch zielführende Informationen zu erhalten, wenn der Hintergrund des Verschwindens der Bilder ein anderer war als Kunstinteresse. Die Fans von Boris waren in aller Regel über alles was mit Bildern ihres Idols geschah, sehr gut informiert und recherchierten selbst sehr genau. Nach ersten Untersuchungen in der polierten „Oberwelt“ der Kunstszene, schwang ich mich hinab in die Niederungen des Kunstsuchtsumpfes, in welchem Süchtige Fabergé-Eier frühstücken oder zwanghaft nicht anders können, als sich die Nase in Keith Haring Originale zu schnäuzen. Durch meine Kontakte zu Friedward Rund, dem Herausgeber der Boris-Ole-Fankreisdepesche 2πr, wurde mir die Tür zum Ring-Ring, einem Unterzirkel des weltumspannenden Boris-Ole-Fankreises, der sehr nahe an einer Geheimgesellschaft mit verschwörungstheoretischem Unterbau war, und über welchen ich mit den verdächtigen Sammlern in Kontakt kam. Den Alpha-Rolf, wie sich das Oberhaupt dieses Unterzirkels aus Gründen nannte, die sicher bizarr und verworren sind, von mir aber aus Zeit- und Relevanzmangel nicht näher recherchiert wurden, Emanuelle Gustave Cirque, traf ich schließlich nach einer höllischen Irrfahrt durch die Strandkasinos von Nassau, die Oasendatingkunstspelunken im Tschad, die verrauchten Art-Adiction-Kneipen von Barbados und die Avantgarde-Cafés New York Citys, endlich in einer versteckt liegenden Hinterhofgalerie von Bielefeld.
Schon nach kurzem Gespräch war schnell klar was ich schon zuvor vermutet hatte: Hintergrund des Diebstahls war kein Kunstinteresse. Alle Zeichen die ich las, deuteten in die Richtung der Konkurrenz. Irgendjemand von den Insidern hatte geplaudert und die Kraken der Konkurrenz haben sich die Bilder unter den Nagel gerissen.
Die Mitbewerber zu infiltrieren und herauszufinden in welchen Dechiffrierungsbüros die Bilder untersucht wurden, war alles andere als trivial – doch es gelang. Fast. 7 Bilder spürte ich auf und brachte sie zurück. Über die genaueren Umstände würde ich gerne ausführlicher schreiben, denn die Infiltration war reich an lebensgefährlichen Situationen, harter, körperlicher Action, erotischen Intermezzi mit heißblütigen Agentinnen der Gegenseite, die vor ihrer Tätigkeit für internationale Datingkonsorzien professionell modelten und trockenen Cocktails in Spitzenbars. Doch leider fehlt die Zeit. Das achte Bild fehlt noch. Und damit nicht genug. Boris wird vermisst. Er ist verschwunden und wurde vermutlich entführt um zu verraten, was die verschlüsselte Message der Bilder ist. Ihn zu finden hat jetzt oberste Priorität. Ich muss wieder weg. Die Spur führt nach Kanada.
Juli 7, 2008
KAMMER 1 – Fliegender Finger an schneller Hand
Wie schon mehrfach erwähnt muss der Mitarbeiter der Kundenservicespezialeinheit CFU, der Counter Fake Unit, ein mörderisches 36stufiges Ausbildungsprogramm durchlaufen: Die 36 Kammern der CFU.
Jetzt wird es spezifischer und nach und nach werde ich die 36 Kammern der Reihe nach erklären.
Die erste Kammer trägt den Namen Fliegender Finger an schneller Hand.
Der AiA (Agent in Ausbildung) wird durch einen dunklen langen Gang in die erste Kammer geführt, in dämmrigem Licht drei Schreibtische hintereinander stehen. Auf den ersten beiden Schreibtischen steht jeweils ein Monitor, auf dem dritten stehen zwei. Auf dem ersten Schreibtisch befindet sich rechts neben dem Monitor ein schwarzer Kasten – etwa 20 x 20 cm Grundfläche und 60 cm hoch. Auf dem zweiten Schreibtisch befindet sich dieser Kasten links vom Monitor und auf dem dritten Schreibtisch befinden sich 2 dieser Kästen.
Beaufsichtigt wird der Raum von einem Senior Agenten, den alle nur Chip nennen. Er war angeblich Teil des Teams am Stanford Research Instituts, welches in den 60er die erste Computermaus entwickelte. Er erklärt dem Adepten die erste Prüfung, die wie folgt aussieht:
Der AiA setzt sich an den ersten Schreibtisch, steckt die Hand in den schwarzen Kasten und fast dort eine Computermaus. Auf dem Bildschirm startet ein Punkt-Klickspiel – ganz ähnlich diesem hier. Der Sinn des Spiels ist einfach: man muss schlicht auf einen Punkt klicken, der ständig die Position ändert. Doch so schlicht bleibt es nicht.
Die ersten 15 Durchgänge hat der AiA zum üben. Danach beginnt die Prüfung.
In dem schwarzen Kasten befinden sich 150 Nadeln. 120 davon senken sich langsam von Anfang an in Richtung Hand. Mit jedem Punkt, den der AiA trifft bleibt eine Nadel stehen. Mit jedem Klick der keinen Punkt trifft setzt sich eine zusätzliche in Bewegung. Jeder Versuch dauert 60 Sekunden. Bei jeder Berührung der Kastenwand gibt es zudem einen kleinen aber ekelhaften Stromstoß.
Die Nadeln die sich absenken sind ziemlich klein und Hinterlassen beim ersten Piecks keine wirklich ernsthafte Verletzung – werden aber sehr unangenehm bei häufigem Piecksen.
Schafft es der AiA den ersten Schreibtisch frei von Piecksern zu verlassen, kommt er an den zweiten Schreibtisch – dort blüht ihm das gleiche mit der anderen Hand. Allerdings hat er auch hier wieder 15 Übungsdurchgänge, bevor die Nadeln spitz geschaltet werden. Schafft er den zweiten Tisch kommt der Dritte und er spielt das gleiche – nur gleichzeitig mit beiden Händen an zwei separaten Bildschirmen. An dem dritten Tisch stehen ihm 50 nadelfreie Trainingsrunden frei. Entscheidet er sich aber in die Prüfung mit Nadeln zu starten, sind eventuell übrige Trainingsrunden verfallen.
Chip, der Meister der Kammer, verarztet schwerwiegendere Verletzungen und leeitet den Adepten in Meditationsübungen dazu an, seine Gehrinhälften zu synchronisieren.
Schafft er den dritten Tisch öffnet sich dir Tür in die zweite Kammer.
Juni 23, 2008
B.O. Ring – Werk 7 – Kunst und Kritik
Dieses Werk entstammt der kritischen Phase von Boris Ole. Er verarbeitet darin den Klimawandel, das Erwerbstätigkeitsdogma und in subtiler Weise das Erlahmen der Revolution. Er erhebt den Zeigefinger gegen die Langeweile und den Müßiggang und brangert das folgenlose Sichfügen in den situativen Kontext als Flaute in der menschlichen Entwicklung an.
Das schreibt die Fachpresse zu diesem expressiven, dennoch sehr zarten Werk:
“Mir ist warm und ich bin müde†(Ottmar Hitzfeld, Sprecher des Bundes der Sommersaunisten und Klimaexperte)
“Dass selbst die Sonne sich fügt in die Hitze und nicht sieht, dass sie die Ursache ist, ist eine Allegorie auf das menschliche Dilemma an sich. Die doppelte Sonne gepaart mit der lyrischen Ausdrucksstärke und der mytholgischen Verankerung zeigen hier einmal mehr wo der Bartel den Most holt.†(Sören Kennerknecht, Wunst-Magazin)
“Diese unbedarfte Darstellung vom Sparifankerl zeigt einmal mehr die Gottlosigkeit dieses “Künstlers”. Die globale Erwärmung ist ein Zeichen dafür, dass die Mächte des Bösen die Erde im Griff haben und die Hölle aufsteigt. Und Schmutzfinken wie dieser Ring sind daran schuld.†(Pastor Johann Emanuel Bastong, Organist der Organisation “Katholischer Weitblick”)
Juni 6, 2008
Tipps zum ersten Treffen – aufbereitete Gesprächsfragmente
Aktuelle Untersuchungen unter Onlinedatern, die nicht online bleiben, sondern sich tatsächlich zu dem Punkt vorwagen, an dem es zu einem Treffen in der echten Welt kommt, haben gezeigt, dass es mit dem Treffen alleine noch nicht getan ist. Über dieses spannende Thema sprach ich unlängst mit meinem Kollegen Ronald von Bödefeld, dem Leiter der Abteilung Real-Date-Forschung im Love-Loft, als ich ihn durch Zufall an der Würschtelbude beim Käsekraineressen traf.
Einfach treffen und dann da so ge- oder betroffen rumstehen ist “voll öde”, wie Ronald sagte. “Der Witz bei so einem Treffen ist es ins Gespäch zu kommen!” sagt er weiterhin.
Darauf ich: “Achwas?! Ist es da eigentlich wurscht was man sagt?”
Darauf er: “Aber überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil! Grade der ersste Satz ist der wichtigste.” (in seinem Bart hatte sich Käsekrainerkäse festgesetzt)
Darauf ich: “Sag doch mal ein paar Sätze, die man auf keinen Fall als ersten Satz bei so einem Treffen sagen sollte.”
Und das tat er dann und die Sätze gebe ich nun an Sie, lieber Leser, gerne weiter:
- “Was wächst dir denn da aus dem Hals?”
- “Ich hätts beinahe nicht geschafft, ich hatte noch einen Termin bei meinem Psychiater.”
- “Kenn ich dich nicht von den Treffen der Selbsthilfegruppe der syphilitischen Tripperpatienten?”
- “Ey, isch kenn dich aus Porno!”
- “Tschuldigung wegen der Verspätung. Mutter hatte meine Klamotten nicht raus gelegt …”
- “Wer hat dich den geschminkt – das staubt doch beim Pudern!”
Der Käsekrainerkäse hatte sich aus dem Bart einen Weg auf sein Poloshirt gebahnt und er war dankbar über den diskreten Hinweis.
Mai 19, 2008
Kleine Erfolgsgeschichte
Ich möchte Ihnen kurz eine Geschichte von zwei Menschen erzählen, die sich just bei uns gefunden haben. Eine schöne Geschichte.
Gefunden haben sich Tim Bärbel M. und Natascha Horst T., die schnell merkten, dass sie etwas gemeinsam haben, was schon früh den virtuellen Funken sprühen ließ.
Tim Bärbel, passionierter Naturist und Hobbyschwede, liest als kulturinteressierter Nichtschwimmer gerne, was im Internet über Bücher steht und suchte schon lange ein weibliches Pendant, war dabei aber beeindruckend erfolglos. Seine gehemmte, schüchterne Art und seine IKEA-Sucht führten dazu, dass es ihm unglaublich schwer fiel, Frauen anzusprechen. Zunächst ging ihm das im Internet nicht anders als in der realen Welt. Doch das wurde anders, als er das Profil von Natascha Horst T. aus der Lüneburger Heide sah.
In dem Zaubermaus-Profil zog sie alle Register, die Tim Bärbels Orgel zum Pfeifen bringen. Sie überraschte mit Lateinkenntnissen, indem sie locker aus dem Handgelenk Horaz zitiert, dabei aber von vor überschäumender Metrik geschüttelt das “r” in carpe und das “m” in diem vergaß. Oh Überschwang des leidenschaftlichen Geistes. Die musisch begabte Natascha Horst hatte 4 Jahre Tambourin-Unterricht und spielte bereits seit 4 Jahren bei der Uelzener Stadtkapelle die Ersatztriangel. Beruflich ging es bei der selbständigen Pudelfriseurin seit Jahren steil bergauf, nur die Liebe blieb bei der Karriere auf der Strecke.
Sie war ihrerseits von Tim Bärbels Profil direkt eingenommen und verliebte sich unsterblich in seine Minipli. Nach dem zweiten Chat, in dem sie sich über Teppichklopfen, Wollmausjagd, Putztechnik (allg.) und Ehehygiene unterhielten war klar, dass sie sich sehen mussten. Das zweite Treffen bestand aus Zusammenziehen, was nicht weiter kompliziert war, da es sich herausgestellt hatte, dass sie nur 2 Straßen auseinander wohnten. Tim Bärbel kündigte unter Pauken und Trompeten, die Natascha Horst gleichzeitig für ihn spielte, seinen Job als freischaffender Pflasermaler und fing im Pudelsalon von Natascha Horst als Frisurenmodell, Knochenpolierer und Maskottchen an. Tim Bärbel hat durch eine Selbsthilfegruppe seine IKEA-Sucht in den Griff bekommen und als neues Hobby die Möbeltischlerei entdeckt.
Jetzt im Mai wurde das Glück perfekt, als Natascha Horst die zweieiigen Zwillinge Chantalle Mike und Ronny Jeannette gesund zur Welt brachte.
Herzlichen Glückwunsch.
Mai 8, 2008
B. O. Ring – Werk 6 – Anger
Dieses tief emotionale Werk entstand in einer Zeit der psychischen Schräglage bei Boris, die tatsächlich dazu führte, dass er in eine Zeit der Sucht abrutschte. Die Sucht bestand in einem abnormen Konsum französischer Rohmilchprodukte, Romadur und Kiri. Boris schaffte es, sich selbst aus dem Sumpf der Käseszene zu befreien, in dem er zunächst das Saufen begann und dann den Weg zu Kokain fand, was ihn dann schlussendlich wieder in die Gesellschaft integrierte. Diese Achterbahnfahrt verarbeitete Boris in seinem autobigraphischen Malbuchroman “MoonChees et la Manie de mimolette”.
Das sagt die Fachpresse:
“Gesund!†(Wotan Maria Hass, Anger-Management Coach)
“Dieses Werk macht mich ängstlich, betroffen, wühlt mich auf, macht mich aber auch etwas durstig. Man sieht das abtriften des noch jungen Mannes in die spätere Käsesucht. †(Sören Kennerknecht, Wunst-Magazin)
“Wut ist doch pillepalle … außerdem gibt es gar keine schreienden Trauben. Ist doch voll unrealistisch!†(Marc Bastong, Bund deutscher Botrytis-Befürworter)
April 30, 2008
Ein Genie-Streich im Marketing
Nach einem 3tägigen Brainstorming-Bootcamp kam das Marketing mit einer Pressemeldung heraus, die medienweit für eine unglaubliche Resonanz sorgte. Nicht zuletzt wegen der genialen Lancierung der Erklärung. Von BILD bis Gallileo, vom Morgenmagazin bis SAM, von heute bis La Notte, von ZIB bis bizz, von Drehscheibe Deutschland bis hin zum Wort zum Sonntag wurde über die selbstbewusst formulierte Forderung diskutiert. Ein sagenhaftes Echo!
Um was ging es in den so beherzt angeschlagenen Thesen?
In dem Bootcamp wurden die unglaublich guten Zahlen des Valentinstags analysiert und gebrainstormt bis das Hirn matschte, wie man diese großartigen Zahlen häufiger erreichen kann. Manchmal ist die Lösung einfach zu einfach: Wir brauchen ganz einfach MEHR Valentinstage. Logisch.
Und genau darin besteht die Forderung: Mehr Valentinstage! Mindestens einen pro Quartal. In dem veröffentlichten Traktat wird auch vorgeschlagen depressive Feiertage, wie Fronleichnam, Aschermittwoch, Karfreitag oder den Tag der deutschen Einheit in einen weiteren heiteren Tag der Liebe, einen weiteren Valentinstag umzubauen. In einem Nebensatz wird auch die Möglichkeit erwähnt, den Sonntag in einen wöchentlichen Valentinstag umzubenennen, wobei nicht nur dieser Vorschlag grade im Wort zum Sonntag relativ scharf kritisiert wurde.
April 29, 2008
Die 36 Kammern der CFU
Ok – ich erzähle es. Nach all den Nachfragen in diese Richtung. Ich gebe Einblicke in die Ausbildung zum CFU Agenten. Aber vorsicht – das ist nichts für Schwache Nerven und streng geheim ist es noch dazu. Wie wird man also Agent der Counter Fake Unit?
Das Ausbildungsprogramm wurde zusammengestellt von einem 12 köpfigen Expertengremium, das sich selbst “die Apostel” nannte. In diesem Team von Spezialisten befanden sich unter anderem: ein ehemaliger Navy-Seal, ein Shaolin-Mönch, ein Hacker der Stufe 9, ein Nacktmullzüchter aus Bad Salzufflen und ein indischer Fakir. Die Identität der anderen ist so geheim, dass sie selber nicht mehr wissen, ob sie dabei waren oder nicht. Diese Fachleute haben ein 36stufiges Ausbildungsprogramm entwickelt. Nur wer alle Kammern des Kammerkonzepts durchläuft kann danach den Dienst in der CFU, der absoluten Eliteeinheit, beginnen.
In den unterschiedlichen Kammern müssen sich die Anwärter ganz unterschiedlichen Unterweisungen unterziehen, bei welchen die körperliche Leistungsfähigkeit, die Beweglichkeit, Dechiffrierungstalent und Kryptologie, Fremdsprachenkönnen, Wahrnehmungs- und Erkennungsvermögen, Reiztoleranz und noch viele weitere Fertigkeiten bis zur Perfektion trainiert werden. Erst wenn ein Raum komplett durchlaufen ist öffnet sich dir Tür zum nächsten Raum. Über jeden Raum wacht ein Senior Agent, der den Fortschritt des Adepten überwacht und bewertet.
Das Programm ist angelegt auf 252 Tage, was also bedeutet, dass jede Kammer durchschnittlich in 7 Tagen durchlaufen sein muss. Wer nach 252 Tagen nicht durch alle Kammern durch ist, muss das Programm beenden. Mörderisch ist der Abschlusstest in dem alle Kammern nochmals an einem Stück durchlaufen werden müssen.
Tief unter dem strahlend schönen Gebäude der Firma, noch unter den Dating-Labs, befindet sich das Labyrinth der 36 Kammern auf einem schier unendlich großen unterirdischen Gelände. Dort sind die Anwärter auf den Rang des CFU Agenten bis zum Ende Ihrer Ausbildung, fernab von Tageslicht und Zivilisation, ohne Kontakt zu Freunden und Familie, ganz mit sich allein.
In nächster Zeit werden die Kammern vorgestellt.
April 21, 2008
B. O. Ring – Werk 5 – Flow
Ich bin sehr glücklich, der Welt heute ein neues Werk von Boris zeigen zu können. Ein Werk, in dem er mich erwähnt, und das er mir später geschenkt hat. Danke Boris. Entstanden ist das Werk nach einer Abschiedsfeier in einem der letzten Jahrhundertsommer. Die Dechiffrierung der einzelnen Bildelemente ist nach wie vor nicht zum Abschluss gebracht. Ich erinnere mich noch daran, dass an dem Tag in einem Meeting folgender Satz als einzige Mitschrift auf meinem Mitschriftsblock zu lesen war: “Runterskizziert ist das neue aufoktruiert!” – das hilft beim Dechiffrieren aber kein Stück.
Das sagt die Fachpresse:
“Die Epiphanie der Hopfenkaltschale.†(August Tinner, Bier und Kunst)
“Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zur Deutung in der Schippe des Maulwurfs. Oder noch etwas darunter.†(Sören Kennerknecht, Wunst-Magazin)
“Das stinkt genauso wie der andre Schmarrn von diesem … wie hoast der?†(Sebastian “Sepp”Bastong, Bund der deutschen Überfischungsphobiker)